Wir vom Mädchenhaus, das sind im Moment 13 Frauen, die mit und für Mädchen arbeiten. Die Frauen sind nicht alle jeden Tag da, weil die meisten woanders ihr Geld verdienen oder noch an der Uni studieren. 1991 gab es ein Treffen von Frauen, die es ganz wichtig fanden, dass es Räume nur für Mädchen in Kassel gibt!
Bis dahin gab es nur mal einen Mädchentag oder eine Mädchengruppe in Jugendzentren. Wir wollten aber einen Ort für Mädchen, wo Jungs nicht ihren Senf zu allem dazu geben, wo Mädchen ohne Beobachtung von Jungen spielen können, ihre Hausaufgaben machen, an unserem Ferienprogramm teilnehmen, lesen, über Sorgen und Probleme reden, essen, quatschen können. Deshalb haben wir damals das Mädchenhaus eingerichtet, leider ist das nur eine Wohnung und kein ganzes Haus für Mädchen, wie der Name denken lässt. Aber ein Haus ist zu teuer, bislang hat uns noch keiner eins geschenkt …!
Es ist auch kein Ort, an dem Mädchen wohnen können, aber wenn sie eine Zufluchtsmöglichkeit brauchen, weil sie zu Hause nicht mehr bleiben können, helfen wir weiter. Wie auch bei vielen anderen Problemen.
Weil einfach für alles Geld gebraucht wird in Deutschland, haben wir damals einen Verein gegründet. Das heißt, wir haben feste Regeln aufgeschrieben, z.B.: wie oft sich alle treffen, die im Mädchenhaus arbeiten und wie Entscheidungen getroffen werden. Bei uns im Mädchenhausverein machen das alle Frauen, die dort arbeiten gemeinsam, es gibt keine Chefin und keine, die allein bestimmen darf, was passiert. Alles Geld, das der Verein einnimmt, muss auch wieder für die Mädchen und die Räume, also Miete, Strom, Telefon usw. ausgegeben werden, das darf keine Frau selbst behalten.
Wir haben schnell angefangen Selbstverteidigungskurse zu geben, damit wir die Rechnungen immer bezahlen konnten.
Ab und zu gibt es Leute, die finden unsere Arbeit mit den Mädchen gut und schenken uns Geld. Das ist total Klasse! Schön wäre es, wenn uns noch mehr Menschen Geld spenden würden, weil die Stadt Kassel leider kaum Geld hat, um es uns zu geben. Manchmal gibt es auch Firmen, wie VW oder Stiftungen wie die Kasseler Sparkasse oder Clubs wie der Internationale Frauen Club Kassel, die uns Geld geben, um Dinge, die wir brauchen, Tische, Stühle oder einen neuen Computer, einzukaufen. Oder wie die Kasseler Tafel und die Bädckerei Hanke, bei denen wir einmal in der Woche direkt das Essen abholen können.

Das Mädchenhaus heißt autonom, weil wir nicht zu einer Kirche, der Stadt Kassel oder einem anderen Verein gehören.

Wir sind unser eigener Verein!
   
   

 

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